Musiklusion We Are A Band

Musiklusion-Vision im Jahr 2020: Menschen mit und ohne Behinderung musizieren gemeinsam auf Augenhöhe. Ergänzend zu unserer Anschaffung eines Disklaviers im Mai 2019, werden weitere herkömmliche Musikinstrumente mit eigenen Technologiekonzepten erweitert, sodass sie bspw. über ein iPad spielbar sind. Darauf aufbauend entwickeln wir inklusive Ensembleformate.

Das Projektvorhaben an der Lebenshilfe Tuttlingen wird u.a. durch einen erfolgreichen Förderantrag beim Land Baden-Württemberg (Impulse Inklusion, Ministerium für Soziales und Gesundheit) ermöglicht.

Ein motorisiertes Schlagzeug

In enger Zusammenarbeit mit dem Hochschulcampus Tuttlingen der Hochschule Furtwangen wurde im März 2020 eine technologische Erweiterung zum Spielen eines Schlagzeugs entwickelt. Mit großzügiger Unterstützung von Prof. Dr. Gollwitzer und Prof. Dr. Pfeffer realisierten drei Studierende (s.u.) das Projektvorhaben. Projektbeteiligte aus der Lebenshilfe Tuttlingen wurden eng in den Entwicklungsprozess eingebunden.


Fertig! v.l.n.r: Andreas Brand (Projektinitiator und -leitung Musiklusion), Lukas Stiller (Studierender „Mechatronische Systeme“), Johanna Hägele & Sarah Abdelgawad (Studierende „Ingenieurpsychologie“)

Schritt für Schritt…

Damit der Entwicklungsprozess reibungslos starten konnte, fertigten die Projektteilnehmenden aus der Lebenshilfe Tuttlingen die Motorhalterungen.


David Dora bohrt Löcher für die Befestigung eines Motors zwischen zwei Holzplatten

Fortfolgend wurden (inspiriert von einer open-source bereitgestellten Anleitung) im Elektrotechnik-Labor am Hochschulcampus Tuttlingen Motoren befestigt, Kabel verlötet, ein Code für den Mikroprozessor entwickelt, an der Schnittstellenkommunikation verschiedener Softwares getüftelt und Anschlagsdynamiken evaluiert. Erste Tests:

Zum Entwicklungsprozess gehörte auch das Mitwirken einer Delegation aus der Lebenshilfe Tuttlingen. Eine Führung durch das E-Technik-Labor und die Erklärung bereits vollbrachter Arbeitsschritte blieben eindrücklich in Erinnerung. Mit großer Freude wurden die in der Lebenshilfe gefertigten Holzplatten wiedererkannt – ein besonderes Gefühl der Selbstwirksamkeit. Das Austesten erster Prototypen floss iterativ in den fortfolgenden Entwicklungsprozess mit ein.


Prof. Dr. Gollwitzer reicht Markus Müller einen Mikrocontroller, mit dem zum damaligen Entwicklungsstand die Schlagzeugstöcke ausgelöst wurden.

Nach zwei intensiven Tagen im Elektrotechnik-Labor am Hochschulcampus Tuttlingen wurde das Schlagzeug in die Lebenshilfe umgezogen und dort feinjustiert. Die Projektteilnehmenden empfingen die Neuentwicklung mit großer Begeisterung und steuerten das Schlagzeug erstmalig mit einem iPad.


Peter Schaz (re) musiziert.

TV-Bericht

Das Nachrichtenjournal im Regio TV berichtete tagesaktuell über das Projekt Musiklusion im Allgemeinen und den Entwicklungsprozess am Hochschulcampus Tuttlingen.


Beim Anklicken dieses Bildes erfolgt eine Weiterleitung auf die Regio-TV-Mediathek.

So geht es weiter…

In weiteren Schritten werden mit Projektteilnehmenden der Lebenshilfe verschiedene und an motorische Fähigkeiten angepasste Interfaces zum Spielen des Schlagzeugs entwickelt – ebenfalls in Kooperation mit dem Hochschulcampus Tuttlingen.

Darauf aufbauend werden wir in Zusammenarbeit mit der Musikschule Tuttlingen und weiteren kulturellen Einrichtungen inklusive Ensembleformate ergründen. Und vielleicht gibt es sogar noch ein weiteres motorisiertes Musikinstrument.

Allerdings unterbricht das Coronavirus unser Projektvorhaben bis auf Weiteres. Wir hoffen, dass niemand unserer Projektteilnehmenden aus der Lebenshilfe ernsthaft erkranken wird und dass unser Projekt nach einer Auszeit wieder volle Fahrt aufnehmen darf.

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