Interkultureller Musikaustausch

…mit Sprachvermittlung über Musik. Dieses unkonventionelle Sprachvermittlungskonzept wurde von Tatjana Brand, Philine Passin, Lena Thanner, Achim Blech, Andreas Brand und Max Frey entwickelt. Die wöchentlich stattfindende Veranstaltung wird von Frauen, Männern und Kindern, meist aus dem Iran, aus Syrien oder aus Somalia angenommen. Ein fester Kern aus ca. 15 Teilnehmern hat seit dem Projektbeginn Anfang Oktober 2015 keines der wöchentlichen Treffen verpasst, andere schauen hingegen eher sporadisch vorbei. Teilweise verzeichnete das Angebot bis zu über 40 Teilnehmende.


Gruppenfoto der ersten Veranstaltung

Musik ist eine interkontinentale Sprache, die umgehend verstanden wird. Daher baut der Sprachvermittlungsanteil der Veranstaltungsreihe darauf auf, Wörter, Dialoge und Sätze zu rhythmisieren um sich spielerisch und multisensorisch der deutschen Sprache zu nähern. Neben eigens entwickelten Sprachrhythmus-Spielen kommen auch bekannte deutsche Kinderlieder zum Einsatz. Durch die Verknüpfung von Musik und Sprache bleibt das Gelernte auf besondere und unkonventionelle Art und Weise im Gedächtnis der Teilnehmenden. Weitere visuelle und akustische Vokabeleinheiten runden das interdisziplinäre Veranstaltungskonzept ab. Daraus leiten sich beispielsweise auf Geräuschen basierende akustische Vokabeltests ab – eine erstaunlich gut funktionierende Versuchsanordnung.


Jam-Session vor der Trossigner Flüchtlingsunterbringung

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht auch das gemeinsame Musizieren, Kennenlernen und aktive Praktizieren von Musik und Liedern aus verschiedenen Kulturen. Das Repertoire reicht mittlerweile von Musikstücken aus dem Libanon, aus Ägypten, aus Syrien, aus dem Iran, aus Somalia über traditionelle deutsche Lieder bis hin zu Ohrwürmer der Sportfreunde Stiller oder Peter Fox. Summa summarum eine besondere Plattform für Nationen aller Art, sich über Kultur anzunähern und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Ein kleiner und dennoch effizienter Beitrag um möglichen Konfliktsituationen vorzubeugen.


Vokabel-Einheit im Drum-Circle

Im Rahmen des Neujahrskonzerts 2016 traten Asylbewerbernde und Projektinitiatoren auf und präsentierten einen Ausschnitt des erarbeiteten Repertoires. Überraschend gab der LIONS Club VS-Schwenningen noch in der Pause des Konzertabends eine finanzielle Unterstützung des Projekts bekannt. Für die Verwendung des Budgets von 3.000 Euro erstellte das Organisationsteam ein Konzept mit zusätzlichen Veranstaltungen im Sinne der kulturellen Bildung sowie der interdisziplinären Sprachvermittlung.


Neujahrskonzert Trossingen 2016